November 2020

Als Spielgruppenleiterin muss man spontan sein, so ist es uns ergangen als ich an einem Mittwochabend ein Telefon von einem Spielgruppenmami erhalten habe. Bei ihnen sei ein Igel auf Besuch, den sie nun gerne in den Wald aussetzen möchten, sie können ihn nicht behalten da sie zu nahe an der Strasse wohnen. Die Elten schlugen den Kinder vor, dass sie ihn zusammen in den Wald bringen wo er zu Hause sei. Die Kinder fanden die Idee gar nicht gut und protestierten. So kamen wir ihnen in den Sinn…. kurzer Hand war die ganze Familie bei uns vor der Tür und überreichten uns den Jungigel. Bei uns sei er sicher in guten Händen und so können sie ihn immer wieder besuchen. Tjah was wollten wir dazu noch sagen! So haben wir den Igel noch vor ihrer Rückreise auf den Namen „Seppel“ getauft. Am Donnerstag mussten wir somit ein Nest für Seppel bauen, denn schon bald wird er in den Winterschlaf gehen. Also machten wir uns auf den Weg zum Wald und sammelten Laub und bauten für ihn im Garten ein Nest. Wenn ich ehrlich bin, dachte ich, dass der Igel wieder geht. Doch zu meinem erstaunen, der Igel blieb. Um sicher zu gehen, haben wir einige Tage eine Wildkamera aufgestellt. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was dass für ein Highlight war für die Kinder. Ein wöchentlicher Besuch zum Nest war nun ein muss. Wir genossen die Herbstsonne sehr und machten noch einige Arbeiten bevor es kälter wurde. In unserem Spielgruppengarten setzten wir Tulpen, die uns im Frühling in ihren bunten Farben sicher begrüssen werden. Auch sonst war noch einiges los. Ein Blick in den Stall stand auf dem Programm, Klaus war gerade am Klaunen, gespannt sahen sie ihm zu. Mit unserem Adventsfenster haben wir auch schon begonnen. Wir bemalten grosse Einmachgläser, die wir dann belichten werden. Ja und dann wäre noch der St. Niklaus, der dieses Jahr leider keine Hausbesuche machen darf. Wir aber sind zuversichtlich, dass er vielleicht doch kommt, wenn wir schöne und selbstgemachte Säcke aufhängen. Bestimmt schaut er aus dem Wald und sieht unsere leeren Säckli, sind wir also gespannt, ob er sie füllen wird. 

Oktober 2020

In unserem Spielgruppengarten haben wir immer etwas, dass die Kinder am Begegnungsmorgen selbst mit ihren Eltern machen dürfen und dann das ganze Jahr bei uns bleibt. Dieses Jahr war es ein grösseres Projekt und der Situation bedingt, haben wir uns erlaubt die Aufgabe als Hausaufgabe abzugeben. Als Grundlage gab es ein Ytong-Stein, der jeder so gestalten konnte wie er wollte. Bedingung war, dass der Stein noch nicht bemalt sein durfte. Termingerecht sind die Steine bei uns wieder eingetroffen und wir malen die nun von mal zu mal an, bis wir alle zusammen haben. Ihr dürft also gespannt sein, was für Kunstwerke wir euch zeigen werden. Es wird langsam etwas kälter und die Natur schenkt uns viel Ernte im Garten und auf dem Feld. Die Blätter beginnen sich zu verfärben, so dass die Natur sich im prächtigsten Farbenkleid zeigt. Für mich eine der schönsten Jahreszeit. Um uns in herbstliche Stimmung zu bringen, machten wir aus den Blättern ein Herbstmändchen. Mit einfacher Technik konnte jedes Kind das sehr gut alleine machen. Sind sie nicht süss geworden? Auch die Äpfel haben ihre Reife bekommen und wir konnten frischen Apfelsaft machen, sowas ist immer ein grosses Erlebnis für alle. Zusammen haben wir die Äpfel gewaschen, zerkleinert und durch die Presse gedrückt bis der leckere Saft in den Eimer floss. Natürlich bekamen auch die Kühe was davon ab, denn der „Träsch“ (der Abfall vom Mostpressen) haben die Kühe sehr gerne. Bevor es ans Aufräumen ging, degustierten wir vom frischgepressten Most. Wer Lust hatte, durfte noch seine mitgebrachte Flasche mit Most füllen und mit nach Hause nehmen.  

September 2020

Der erste Spielgruppentag ist für alle immer ein sehr bewegter Tag. Die Kinder müssen lernen los zu lassen, sich jemandem anvertrauen, die sie noch nicht gut kennen und eine Umgebung erkundigen, die ihnen noch fremd ist. Auch wir sind immer etwas kribbelig und sind happy, wenn am ersten Spielgruppentag  das Wetter sich von der schönsten Seite zeigt. Auf dem Hof angekommen, war schon einiges los. Im Stall wurde Silage abgeladen und Klaus hat es in das Hochsilo eingefüllt, gespannt sahen die Kinder dem Vorgehen zu. Auch unsere Hoftiere freuten sich über die neuen Kinder, besonders unsere Amy, sie liebt es wenn, man sie mit Streicheleinheiten verwöhnt. Auch Schildkröte Brucce wurde mit frischem Rotklee verwöhnt und die Zwergziegen Meckli & Fleckli bekamen neuen Besuch. Die ersten Äpfel sind schon reif und wir können bereits die ersten Apfelringe machen. Alle zusammen machten sich an die Arbeit und halfen mit,naja, fast alle…. Wir hatten bei der Produktion einen Unterbruch, denn nicht alle Apfelringe schafften es vom Schneiden zum Dörraparat. Auf dem Weg dort hin, wurden einige frischfröhlich verschlungen. Eine passende Verpackung für die Apfelringe hatten wir auch noch gemacht, denn jeder durfte was mit nach Hause nehmen. Natürlich durfte das freie Spielen und einander Kennenlernen nicht fehlen. 

Juni 2020

Bereits ist es Juni und das Jubiläumsjahr neigt sich dem Ende entgegen. Mit unserem Coronagärtli hat uns das Thema Selbstversorgung voll gepackt. Um all unsere tollen Ideen zu verwirklichen, haben wir zur Zeit zweimal pro Woche oder sogar einen ganzen Tag Spielgruppe. (Wir holen die verpassten Spielgruppentage vom Lockdown nach.) In unserem Dorf in Kägiswil bieten sich tolle Projekte an. So besuchten wir Peter Röthlin, der eine eigene Imkerei hat. Gespannt schauten wir, wie die Bienen ein und ausflogen und wacker ihrer Arbeit nach gehen. Gewaltig was so eine Biene leistet und viele km pro Tag sie fliegt um den leckeren Nektar ins Bienenhaus zu bringen. Narürlich durfetn wir vor Ort von dem frischen Honig kosten und zugleich eine kleine Kostprobe mit nach Hause nehmen. Herzlichen Dank! Als weiteres, besuchten wir Sepp & Toni Frunz in der Chapplenmatte, sie bewirtschaften einen Landwirtschaftsbetrieb und haben mehrere hundert Hühner. Sepp erzählte uns viel spannendes vom Huhn und zeigte uns, wo und wie sie leben. Auch das grosse Lager an Eier war sehr beeindruckend, das für den Grossverteiler abholbereit zugerichtet war. Im Anschluss kauften wir gleich frische Eier in ihrem Hoflädeli, denn die können wir noch sehr gut gebrauchen:-) Ein Tag auf dem Bauernhof mit selbst gemachtem Zmittag. Wir haben vorhängig Quark und Frischkäse gemacht und ernten nun frisches Gemüse vom Garten. Zusammen haben wir das Gemüse gerüstet und zu Stäbchen geschnitten. Der Grill wurde wacker eingeheizt, um unsere Würste zu grillieren. Unseren Quark peppten wir noch etwas mit Gewürz auf und genossen das leckere Zmittag im Freien. Auch das jährliche Melken mit den Kindern durfte nicht fehlen. Für unser Jubiläumsjahr hatten wir ein tolles Projekt geplant, das wir coronabedingt abändern mussten. Es freute uns aber sehr, dass wir ein Bauernbrunch anbieten durften. Mit vielen selbstgemachten Produkten, die wir gemacht haben oder wir besuchten, bestückten wir unser Buffet reichhaltig. Es freute uns sehr, dass all die Kinder mit Familie an diesem Anlass teilnehmen konnten und bei prächtigem Wetter das Jubiläumsjahr mit uns feiern. Wir bedanken uns herzlichst bei allen, die uns all die Jahre ihr Vertrauen uns schenkten und uns auf irgend einer Art unterstützten. An Peter Röthlin so wie an Sepp & Toni Frunz ein grosses Dankeschön, dass wir zu euch kommen durften. Nun wünschen wir euch alles Liebe & Gute und freuen uns auf weitere tolle Jahre mit der Bauernhofspielgruppe in Kägiswil.

Mai 2020

Nach langem Warten, durften wir am 4. Mai wieder mit der Spielgruppe beginnen. Das Wetter war ein Traum und die Kinder freuten sich riesig, wieder auf den Bauernhof zu kommen. Der Corona ist noch ein intensives Thema und auch wir haben unsere Auflagen bekommen. Ab nun heisst es Hände waschen, so oft es geht. Wir waren erstaunt, wie kommentarlos die Kinder mitmachten. Lukas war gerade an der Arbeit und mähte das Gras ums Haus. Die Kinder schauten gespannt zu und wollten gleich mithelfen. Während dieser Lockdownzeit wurde einem wieder vermehrt bewusst, was eine Mama für die ganze Familie macht. Ein Geschenk auf den Muttertag, haben die Mamis mehr als verdient. Wir malten Väsli an und steckten eine schöne Kernser- Rose in das Väseli. Ihr hättet die strahlenden Augen der Mamis sehen sollen, als die Kinder ihnen dieses Geschenk übergaben. In der darauffolgender Woche war das Wetter nicht so toll und wir durften unser eigenes Corona-Gärtli kreieren. Wir malten Palettenrahmen an, bei dem die Kinder ihre Künste voll ausleben durften. Noch in der selben Woche bepflanzten wir unser Gärtli (wir holen die verpassten Corona Tage nach)  mit leckeren Gemüsen wie Tomaten, Gurken, Randen, Kohlrabi, Sellerie, Peperonie, Artishoke & vielen leckeren Kräutern. Nach diesem Projekt hat uns das Thema Selbstversorgung nun voll gepackt. Bei prächtigem Wetter machten wir einen kurzen Spaziergang zu einem etwas abgelegenem Holunderbaum. Wir sammelten viele Blüten und alle durften beim waschen der Blüten mithelfen. Die Blüten mussten einige Stunden an der Sonne ziehen, somit durfte Lydia die Holunderblüten dann selbst fertig verarbeiten. Für die Degustation die wir eine Woche später machten, waren wieder alle voll dabei. Ein perfekter Durstlöscher für so warme Tage. Natürlich genossen wir das spielen sehr und auch unsere Hündin Amy freute sich riesig, dass die Kinder wieder da sind und sie verwöhnen.  

 

April 2020

Auf dem Hof ist es plötzlich ruhig, keine Kinder die herumtoben, spielen & lachen. Seit dem 16. März steht die Schweiz still, für uns eine sehr spezielle Situation. Ich habe das Gefühl, die Welt um mich scheint einzubrechen. Corona zwingt uns zu Hause zu bleiben, für alle nicht einfach, viele wären dankbar, sie könnten ihr Kinder zu uns schicken, um sich den älteren Kindern zu widmen, die nun ihren Schulstoff zu Hause erlernen müssen. Bei uns auf dem Betrieb läuft fast alles so weiter, als ob nichts wäre. Das Wetter ist ein Traum und an Arbeit fehlt es nicht. Was einem nun etwas an Energie kostet, ist die Ungewissheit wann und wie es weitergeht. Auch für  Janine und mich keine einfach Aufgabe. Kurz vor dem Lockdown haben wir zum Glück mit unseren Osternestern begonnen. Aus alten Schallplatten haben wir Nästchen geformt, bemalt und beklebt. Uns war es ein grosses Anliegen, trotz den Umständen den Kindern eine schöne Ostern zu ermöglichen. Also machten wir uns etwas kreativ und gingen auf den Weg. Bei prächtigem Wetter machten wir eine Tour quer durch Obwalden. Durch hohe Berg- und Talfahrten überraschten wir die Kinder und sahen, wie schön sie wohnen. Unsere Besuche kamen bei allen gut an und zauberten auch den Passanten ein Lächeln auf das Gesicht. Nun halten wir uns an die schönen Gedanken fest und hoffen, dass alle gesund bleiben. Wann und wie es weitergehen wird, steht noch in den Sternen. Sehen wir das Ganze aber positiv, nun haben wir viel gewonnene Zeit für uns selbst, die Kinder und die Familie, sowas werden wir nie mehr erhalten. Nutzen wir die Chance und geniessen die Ruhe und die stressfreie Zeit. Bleybid gsund